Aus dieser Formation stammt das älteste für die Insel ermittelte Kalium-Argon-Datum von 15,7 Mio Jahren, das sie auch vom Alter her als eine den Grundgebirgen Gomeras (älteste Probe 19,4 Mio
Jahre) und Fuerteventuras (15,9 bis 35,7 Mio Jahre) nahestehende Formation ausweist. Da diese 1972 von einem amerikanischen Team datierte Probe aus einem Gesteinsgang stammt, ist davon
auszugehen, daB das von diesem Magmafördergang durchschossene Umgebungsgestein sogar noch wesentlich älter ist. Decke
Diese Formation grenzt sich gegenüber der darüberliegenden da-durch ab, daß ihre Schichten sich von Nord nach Süd neigen, wie man an der Kippung der Fördergänge ablesen kann, also umgekehrt wie
die Schichtpakete der darüberliegenden Formation und im Gegensatz zum heutigen Inselprofil. Sie müssen also aus einem Emissionszentrum stammen, das weiter im Norden lag, wo heute Meer ist.
Die darüber folgende Formation neigt sich dagegen rund um die Anagahalbinsel sanft in Richtung der heutigen Küste. Die Eruptionen gingen also damals bereits von der heutigen Achse des
Anagagebirges aus. In dieser Aufbauphase der alten Gebirgsstöcke sowohl des Anagawie des Tenogebirges handelte es sich überwiegend um Spaltenausbrüche nach dem Hawaii-Typus.
Sie förderten aus groBer Tiefe (aus dem oberen Erdmantel) dünn-flüssige basaltische Schmelzen, die ruhig austraten und unter sanfter Neigung küstenwärts flossen. Relativ dünne Schichten der
einzelnen Eruptionsepisoden spiegelten die hohe Flüssigkeit des Magmas in diesem frühen Zyklus wieder.
Seit man Schichten dieses ältesten Zyklus dank Untersuchungen in den kilometerweit ins Inselinnere getriebenen Wasserstollen auch im Bereich des Zentralgebirges identifiziert hat, sind frühere
Spekulationen über drei unabhängige und erst später verschmolzene Inselmassive (Anaga, Teno und Südkamm) zu den Akten gelegt. Heute wird vielmehr von den
Geologen übereinstimmend vertreten, daß dieser Zyklus die Insel als zusammenhängenden vulkanischen Schild mit ähnlichem Grundriß wie heute gestaltet hat. Daher wird geschätzt, daß trotz
anschließender längerer Erosionsphase, in der eine teilweise Abtragung dieses Schildes stattgefunden hat, über zwei Drittel des heutigen obermeerischen Volumens der Insel dieser Phase anzurechnen
sind. Heute erreicht freilich das Anagagebirge nur noch knapp über 1.000 m, der alte Teil des Tenogebirges die größte Höhe bei Cruz de Gala mit 1.346 m.
Innerhalb dieses spättertiären Zyklus scheint allerdings eine gewisse zeitliche Verschiebung des Eruptionsstils von West nach Ost stattgefunden zu haben. Die fast horizontalen Tafelbasalte, die
im Tenogebirge in der Zeit zwischen 5,7 und 4,5 Mio Jahren in zusammenhängenden Schichtpaketen von 500-600 m Höhe gebildet wurden, finden sich im Anagagebirge erst in der obersten Formation, die
zwischen 3,7 und 3,2 Mio Jahre datiert wird (SW-Teil des Anagagebirges).
Dagegen hat der ältere Teil des Anagagebirges durchaus Misch-formen mit explosiven Eruptionsarten aufzuweisen. In der Kammzone, nahe den mutmaßlichen Eruptionsöffnungen, häufen sich Agglomerate
aus Lockerprodukten und mitgerissenen Trümmern tieferer Schichten. Und erst die zur Küste hinziehenden Kämme lassen die in sanfter Neigung meerwärts geflossenen dünnen Basaltschichten erkennen.
Eine Formation mit solchen explosiven, Agglomerate bildenden Eruptionen findet man aber auch im Tenogebirge unter den Tafelbasalten, und zwar in den tief eingesägten Talschluchten von Masca und
Los Carrizales. Nur die oberste Teilschicht davon konnte bislang mit der Kalium-ArgonMethode datiert werden, die ein Alter von 7,4-6,3 Mio Jahren erbrachte.
Außer dieser Horizontalgliederung springen auch die Schichtpakete vertikal durchschneidende Gesteinsgänge ins Auge: Es sind die Fördergänge der Laven der jeweils jüngeren Eruptionen, die durch
die älteren Schichtpakete hindurch an die Oberfläche gelangen mußten. Sie können auch, da sie jünger und somit härter als das umgebende Gestein sind, durch die Erosion freigelegt werden,
bergseits weniger, talseits mehr, und so als 'Wände" herausragen. Während die basaltischen oft nur wenige Dezimeter dick sind, nähern sich die
phonolitischen oft eigenständigen schmalen Kuppen oder Kämmen.
Jeweils in der Endphase der mittleren (45-4,5 Mio Jahre) und obersten (3,7-3,2 Mio Jahre) Formation des Anagagebirges wurden nämlich auch in höher liegenden Sekundärkammern ausdifferenzierte
kieselsäurereiche und daher zähere Magmen emittiert, die die entsprechend helleren Gesteine der Trachyt-Phonolith-Gruppe bildeten. So liegt z.B. als jüngste saure Rmicaion dem Bergsporn bei
Tejina eine massive Phonolithdecke auf; welche die weitere Erosion zum Grat bremst und so die typische Tischform der "Mesa de Tejina" bewirkt.
Ebenfalls aus hellen Ergußgesteinen saurer Magmen besteht z.B. das Gebiet um den Chinobre mit dem Roque de Anambra sowie einigen Kammdecken im Süden (LB. "Mesa Ramona!" östlich Santa Cruz), die
ans Ende der mittleren Formation datiert werden.
Trachyte und Phonolithe kommen aber nicht nur als abschließende Deckschichten vor, sondern auch als Einschüsse oder Pfropfen, die wegen ihrer größeren Härte freigewittert sind, wie der in die
älteste Schicht eingebettete Roque de las Animas oder die der Küste vorgelagerten Rogues de Anaga.
Die NW-SO verlaufende Störung wird sichtbar im Tenokamm und seinen jungen Aufsitzervulkanen, die NO-SW verlaufende im ebenfalls von jungen Kegeln begleiteten Esperanza-Kamm. Die dritte verläuft
NS (mit kleiner Westabweichung) in etwa vom Pico Viejo zur Südspitze. Sie gibt sich im Relief etwas diffuser in verschiedenen Ketten von Eruptionen unterschiedlichen Alters zu erkennen, ist aber
wie die anderen beiden auch deutlich ablesbar an der Richtung und Verdichtung der Gesteinsgänge, die man von den zahlreichen Wasserstollen aus gut beobachten kann.
Dieses Aufreißen der Erdkruste nach dem Muster des Dreiangels wird von dem Druck aufsteigenden Magmas erzwungen, welches durch die Druckentlastung infolge der Vertikalverschiebung der Inselblöcke
freigesetzt wurde. Ungefähr im Treffpunkt dieser Bruchlinien erhebt sich das Massiv des Zentralvulkans, Ausdruck der größten Energieentfaltung in diesem Spannungsgefüge. Dennoch hat der Aufbau
der Insel nicht von hier aus seinen Ausgang genommen.
Die ältesten Formationen Teneriffas (Serie I) treten uns in den Gebirgsmassiven der Anaga- und der Tenohalbinsel entgegen sowie im Gebiet um Adeje und den Roque del Conde im Südwesten, in einigen
eng umgrenzten Flecken um San Lorenzo, die durch aus tunen herausragende Trachytpfröpfe markiert sind (Roque Vento, Roque de Jama, Higara) und im Barranco de Badajoz bei Gunnar. Diese ältere
Serie besteht überwiegend aus Alkalibasalten und Basaniten, also Eruptivgesteinen basischer, aus großer Tiefe (oberem Mantel) aufgedrungener Schmelzen, aber schließt in geringem Umfang auch
Ergüsse kieselsäurereicher Magmen aus höherliegenden Kammern ein.
Darunter findet sich in einem kleinen, dreieckigen Ausschnitt um die Bucht von Taganana, nach Norden bis zum Weiler Las Palmas auslaufend, eine Formation stark zersetzter Agglomerate, die
explosiv aus-geworfene Splitterprodukte saurer Magmen darstellen, durchdrungen sind von einem dichten Netz von Gesteinsgängen und phonolithischen Pfröpfen und im unteren Teil Intrusivkörper
(Einschüsse) grobkörniger Tlefenerstarrungsgesteine (sog. Plutonite) wie Gabbro und Syenit einschließen.
Diese in mehr als 5 km Tiefe erstarrten Magmatite könnten die hier nur auf ganz begrenztem Raum aufgeschlossene Entsprechung dessen sein, was auch auf Gomera, La
Palma und komplexer auf Fuerteventura als sog. Grundgebirge zutagetritt: Magmakammern alter, schon wieder durch Erosion abgebauter Vulkane, tief heruntergewitterte Fördergänge oder seitliche
Fortsätze und Nebenkammern, welche in die Agglomeratschicht eingedrungen sind.
Gotland ist heute Schwedens beliebteste Ferieninsel, mit
einer500 km langen Küste, verschwiegenen kleinen
Buchten, herrlichenSandstränden und seltsam zerklüfteten
bizarren Felsgebilden, den„raukar", granitenen
Felssäulen, aus denen die Brandung den Kalkstein
herausgewaschen hat.
Die Passagierschiffe gehen vor Visby, der einzigen Stadt der
Insel,auf Reede.
Visby war zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine mächtige
Handelsniederlassung der Hanse. Sie war der Stolz der Lübecker Kaufleute,
die zur Verschönerung der Stadt beträchtliche Mittel aufwandten.Visby war Drehkreuz des Ost-Westhandels,
Treffpunkt der Kaufleute aus Dänemark, Deutschland und Rußland. Vorübergehend setzten sich auch die
Ostseepiraten, die „Vitalienbrüder", unter KlausStörtebeker in Visby fest. 1525 wurde die Stadt von den Lübeckernzerstört und verlor ihre Bedeutung im Ostseehandel.
Das Land bedeckt 65 791 qkm Bodenfläche und hat
annähernd 3 Millionen Einwohner. Seit
Kriegsende wurde die Industrialisierung desGebietes und die Mechanisierung der Landwirtschaft
konsequentvorangetrieben. Die Industriegebiete
Lettlands fertigen für den Gesamtbereich der
UdSSR Verbrauchsgüter. Der Lebensstandard liegtüber dem Durchschnitt der UdSSR.
Geschichte
Die Letten standen seit dem 12. Jahrhundert unter
deutsch-baltischerHerrschaft. Die Städte des
Landes sind Gründungen des deutschenRitterordensmitliibischem Stadtrecht. Im Laufe seiner Geschichtegehörte
Lettland im 16. Jh. zum polnischen, im 17. Jh. zum schwedischen Reich, seit 1710 zum russischen Zarenreich. Bis zum Ende desersten Weltkrieges spielte der deutsch-baltische Adel und
diedeutschstämmige Kaufmannschaft die Rolle
einer aristokratischenOberschicht. Lettland wurde 1918 selbständig,
der deutsch-baltische Großgrundbesitz 1920 enteignet und der verbliebene Rest der Baltendeutschen 1939/40
aufgrund eines deutsch-sowjetischen Abkommens ausgesiedelt. 1944 wurde Lettland der Sowjetunion eingegliedert.
Seine Gründung als deutsche Stadt geht auf das Jahr
1201 zurück.1255 wurde Riga Bischofssitz und
1282 Mitglied der Hanse. Es warspäter
Hauptumschlagsplatz des Handels zwischen Deutschland und Rußland. Um die Jahrhundertwende zählte Riga bereits 500 000 Einwohner.
Bei den Kaufleuten früherer Zeiten hieß Riga das
„östliche Hamburg". Die das Stadtbild beherrschenden Türme der Hauptkirchen,die immer noch zahlreichen Inschriften auf den alten Gebäuden
undGedenksteinen in niederdeutscher Sprache
erinnern an die Elbestadt.