Friday, 17. september 2010 5 17 /09 /Sept. /2010 11:00

 

Aus dieser Formation stammt das älteste für die Insel ermittelte Kalium-Argon-Datum von 15,7 Mio Jahren, das sie auch vom Alter her als eine den Grundgebirgen Gomeras (älteste Probe 19,4 Mio Jahre) und Fuerteventuras (15,9 bis 35,7 Mio Jahre) nahestehende Formation ausweist. Da diese 1972 von einem amerikanischen Team datierte Probe aus einem Gesteinsgang stammt, ist davon auszugehen, daB das von diesem Magmafördergang durchschossene Umgebungsgestein sogar noch wesentlich älter ist. Decke

Diese Formation grenzt sich gegenüber der darüberliegenden da-durch ab, daß ihre Schichten sich von Nord nach Süd neigen, wie man an der Kippung der Fördergänge ablesen kann, also umgekehrt wie die Schichtpakete der darüberliegenden Formation und im Gegensatz zum heutigen Inselprofil. Sie müssen also aus einem Emissionszentrum stammen, das weiter im Norden lag, wo heute Meer ist.

Die darüber folgende Formation neigt sich dagegen rund um die Anagahalbinsel sanft in Richtung der heutigen Küste. Die Eruptionen gingen also damals bereits von der heutigen Achse des Anagagebirges aus. In dieser Aufbauphase der alten Gebirgsstöcke sowohl des Anagawie des Tenogebirges handelte es sich überwiegend um Spaltenausbrüche nach dem Hawaii-Typus.

Sie förderten aus groBer Tiefe (aus dem oberen Erdmantel) dünn-flüssige basaltische Schmelzen, die ruhig austraten und unter sanfter Neigung küstenwärts flossen. Relativ dünne Schichten der einzelnen Eruptionsepisoden spiegelten die hohe Flüssigkeit des Magmas in diesem frühen Zyklus wieder.

Seit man Schichten dieses ältesten Zyklus dank Untersuchungen in den kilometerweit ins Inselinnere getriebenen Wasserstollen auch im Bereich des Zentralgebirges identifiziert hat, sind frühere Spekulationen über drei unabhängige und erst später verschmolzene Inselmassive (Anaga, Teno und Südkamm) zu den Akten gelegt. Heute wird vielmehr von den Geologen übereinstimmend vertreten, daß dieser Zyklus die Insel als zusammenhängenden vulkanischen Schild mit ähnlichem Grundriß wie heute gestaltet hat. Daher wird geschätzt, daß trotz anschließender längerer Erosionsphase, in der eine teilweise Abtragung dieses Schildes stattgefunden hat, über zwei Drittel des heutigen obermeerischen Volumens der Insel dieser Phase anzurechnen sind. Heute erreicht freilich das Anagagebirge nur noch knapp über 1.000 m, der alte Teil des Tenogebirges die größte Höhe bei Cruz de Gala mit 1.346 m.

 

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Thursday, 16. september 2010 4 16 /09 /Sept. /2010 11:57

Innerhalb dieses spättertiären Zyklus scheint allerdings eine gewisse zeitliche Verschiebung des Eruptionsstils von West nach Ost stattgefunden zu haben. Die fast horizontalen Tafelbasalte, die im Tenogebirge in der Zeit zwischen 5,7 und 4,5 Mio Jahren in zusammenhängenden Schichtpaketen von 500-600 m Höhe gebildet wurden, finden sich im Anagagebirge erst in der obersten Formation, die zwischen 3,7 und 3,2 Mio Jahre datiert wird (SW-Teil des Anagagebirges).

 

Dagegen hat der ältere Teil des Anagagebirges durchaus Misch-formen mit explosiven Eruptionsarten aufzuweisen. In der Kammzone, nahe den mutmaßlichen Eruptionsöffnungen, häufen sich Agglomerate aus Lockerprodukten und mitgerissenen Trümmern tieferer Schichten. Und erst die zur Küste hinziehenden Kämme lassen die in sanfter Neigung meerwärts geflossenen dünnen Basaltschichten erkennen. Eine Formation mit solchen explosiven, Agglomerate bildenden Eruptionen findet man aber auch im Tenogebirge unter den Tafelbasalten, und zwar in den tief eingesägten Talschluchten von Masca und Los Carrizales. Nur die oberste Teilschicht davon konnte bislang mit der Kalium-ArgonMethode datiert werden, die ein Alter von 7,4-6,3 Mio Jahren erbrachte.

 

Außer dieser Horizontalgliederung springen auch die Schichtpakete vertikal durchschneidende Gesteinsgänge ins Auge: Es sind die Fördergänge der Laven der jeweils jüngeren Eruptionen, die durch die älteren Schichtpakete hindurch an die Oberfläche gelangen mußten. Sie können auch, da sie jünger und somit härter als das umgebende Gestein sind, durch die Erosion freigelegt werden, bergseits weniger, talseits mehr, und so als 'Wände" herausragen. Während die basaltischen oft nur wenige Dezimeter dick sind, nähern sich die phonolitischen oft eigenständigen schmalen Kuppen oder Kämmen.

 

Jeweils in der Endphase der mittleren (45-4,5 Mio Jahre) und obersten (3,7-3,2 Mio Jahre) Formation des Anagagebirges wurden nämlich auch in höher liegenden Sekundärkammern ausdifferenzierte kieselsäurereiche und daher zähere Magmen emittiert, die die entsprechend helleren Gesteine der Trachyt-Phonolith-Gruppe bildeten. So liegt z.B. als jüngste saure Rmicaion dem Bergsporn bei Tejina eine massive Phonolithdecke auf; welche die weitere Erosion zum Grat bremst und so die typische Tischform der "Mesa de Tejina" bewirkt. Ebenfalls aus hellen Ergußgesteinen saurer Magmen besteht z.B. das Gebiet um den Chinobre mit dem Roque de Anambra sowie einigen Kammdecken im Süden (LB. "Mesa Ramona!" östlich Santa Cruz), die ans Ende der mittleren Formation datiert werden.

Trachyte und Phonolithe kommen aber nicht nur als abschließende Deckschichten vor, sondern auch als Einschüsse oder Pfropfen, die wegen ihrer größeren Härte freigewittert sind, wie der in die älteste Schicht eingebettete Roque de las Animas oder die der Küste vorgelagerten Rogues de Anaga.

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Wednesday, 15. september 2010 3 15 /09 /Sept. /2010 11:39

Die NW-SO verlaufende Störung wird sichtbar im Tenokamm und seinen jungen Aufsitzervulkanen, die NO-SW verlaufende im ebenfalls von jungen Kegeln begleiteten Esperanza-Kamm. Die dritte verläuft NS (mit kleiner Westabweichung) in etwa vom Pico Viejo zur Südspitze. Sie gibt sich im Relief etwas diffuser in verschiedenen Ketten von Eruptionen unterschiedlichen Alters zu erkennen, ist aber wie die anderen beiden auch deutlich ablesbar an der Richtung und Verdichtung der Gesteinsgänge, die man von den zahlreichen Wasserstollen aus gut beobachten kann.

Dieses Aufreißen der Erdkruste nach dem Muster des Dreiangels wird von dem Druck aufsteigenden Magmas erzwungen, welches durch die Druckentlastung infolge der Vertikalverschiebung der Inselblöcke freigesetzt wurde. Ungefähr im Treffpunkt dieser Bruchlinien erhebt sich das Massiv des Zentralvulkans, Ausdruck der größten Energieentfaltung in diesem Spannungsgefüge. Dennoch hat der Aufbau der Insel nicht von hier aus seinen Ausgang genommen.

Die ältesten Formationen Teneriffas (Serie I) treten uns in den Gebirgsmassiven der Anaga- und der Tenohalbinsel entgegen sowie im Gebiet um Adeje und den Roque del Conde im Südwesten, in einigen eng umgrenzten Flecken um San Lorenzo, die durch aus tunen herausragende Trachytpfröpfe markiert sind (Roque Vento, Roque de Jama, Higara) und im Barranco de Badajoz bei Gunnar. Diese ältere Serie besteht überwiegend aus Alkalibasalten und Basaniten, also Eruptivgesteinen basischer, aus großer Tiefe (oberem Mantel) aufgedrungener Schmelzen, aber schließt in geringem Umfang auch Ergüsse kieselsäurereicher Magmen aus höherliegenden Kammern ein.

Darunter findet sich in einem kleinen, dreieckigen Ausschnitt um die Bucht von Taganana, nach Norden bis zum Weiler Las Palmas auslaufend, eine Formation stark zersetzter Agglomerate, die explosiv aus-geworfene Splitterprodukte saurer Magmen darstellen, durchdrungen sind von einem dichten Netz von Gesteinsgängen und phonolithischen Pfröpfen und im unteren Teil Intrusivkörper (Einschüsse) grobkörniger Tlefenerstarrungsgesteine (sog. Plutonite) wie Gabbro und Syenit einschließen.

Diese in mehr als 5 km Tiefe erstarrten Magmatite könnten die hier nur auf ganz begrenztem Raum aufgeschlossene Entsprechung dessen sein, was auch auf Gomera, La Palma und komplexer auf Fuerteventura als sog. Grundgebirge zutagetritt: Magmakammern alter, schon wieder durch Erosion abgebauter Vulkane, tief heruntergewitterte Fördergänge oder seitliche Fortsätze und Nebenkammern, welche in die Agglomeratschicht eingedrungen sind.

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Monday, 13. september 2010 1 13 /09 /Sept. /2010 16:35

Gotland ist heute Schwedens beliebteste Ferieninsel, mit einer 500 km langen Küste, verschwiegenen kleinen Buchten, herrlichen Sandstränden und seltsam zerklüfteten bizarren Felsgebilden, den „raukar", granitenen Felssäulen, aus denen die Brandung den Kalk­stein herausgewaschen hat.


Die Passagierschiffe gehen vor Visby, der einzigen Stadt der Insel, auf Reede.

Visby war zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine mächtige Handels­niederlassung der Hanse. Sie war der Stolz der Lübecker Kaufleute, die zur Verschönerung der Stadt beträchtliche Mittel aufwandten. Visby war Drehkreuz des Ost-Westhandels, Treffpunkt der Kauf­leute aus Dänemark, Deutschland und Rußland. Vorübergehend setz­ten sich auch die Ostseepiraten, die „Vitalienbrüder", unter Klaus Störtebeker in Visby fest. 1525 wurde die Stadt von den Lübeckern zerstört und verlor ihre Bedeutung im Ostseehandel.

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Thursday, 19. august 2010 4 19 /08 /Aug. /2010 12:44

Das Land bedeckt 65 791 qkm Bodenfläche und hat annähernd 3 Mil­lionen Einwohner. Seit Kriegsende wurde die Industrialisierung des Gebietes und die Mechanisierung der Landwirtschaft konsequent vorangetrieben. Die Industriegebiete Lettlands fertigen für den Ge­samtbereich der UdSSR Verbrauchsgüter. Der Lebensstandard liegt über dem Durchschnitt der UdSSR.


Geschichte

Die Letten standen seit dem 12. Jahrhundert unter deutsch-baltischer Herrschaft. Die Städte des Landes sind Gründungen des deutschen Ritterordens mit liibischem Stadtrecht. Im Laufe seiner Geschichte gehörte Lettland im 16. Jh. zum polnischen, im 17. Jh. zum schwedi­schen Reich, seit 1710 zum russischen Zarenreich. Bis zum Ende des ersten Weltkrieges spielte der deutsch-baltische Adel und die deutschstämmige Kaufmannschaft die Rolle einer aristokratischen Oberschicht. Lettland wurde 1918 selbständig, der deutsch-baltische Großgrundbesitz 1920 enteignet und der verbliebene Rest der Bal­tendeutschen 1939/40 aufgrund eines deutsch-sowjetischen Abkom­mens ausgesiedelt. 1944 wurde Lettland der Sowjetunion eingeglie­dert.

 

Seine Gründung als deutsche Stadt geht auf das Jahr 1201 zurück. 1255 wurde Riga Bischofssitz und 1282 Mitglied der Hanse. Es war später Hauptumschlagsplatz des Handels zwischen Deutschland und Rußland. Um die Jahrhundertwende zählte Riga bereits 500 000 Ein­wohner.

Bei den Kaufleuten früherer Zeiten hieß Riga das „östliche Ham­burg". Die das Stadtbild beherrschenden Türme der Hauptkirchen, die immer noch zahlreichen Inschriften auf den alten Gebäuden und Gedenksteinen in niederdeutscher Sprache erinnern an die Elbe­stadt.

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